Abwasserbeseitigung

Der Stand der Abwasserbeseitigung

Die Reinigung des in den Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Rüdesheim anfallenden Abwassers vollzieht sich in 4 Abwassergruppen mit den zugehörigen zentralen Kläranlagen; die seit dem 1. Januar 2017 neu zugeordneten Ortsgemeinden Duchroth, Niederhausen, Norheim, Oberhausen und Traisen entwässern in die Kläranlage Bad Kreuznach (Abwasserbeseitigungsträger ist dort die Abwasserbeseitigungseinrichtung der Stadt Bad Kreuznach).

Die Ortsgemeinden der Abwassergruppe "Stadtumland" entwässern ebenfalls in die Kläranlage der Stadt Bad Kreuznach (Abwasserbeseitigungsträger sind die Verbandsgemeindewerke Rüdesheim). Diese Kläranlage entspricht den heutigen wasserwirtschaftlichen Vorgaben und verfügt über die sogenannte 3. Reinigungsstufe (Stickstoffelimination, Phosphorelimination). Die Zuleitung der Abwässer erfolgt auf der Grundlage einer im Jahre 1985 mit der Stadt Bad Kreuznach geschlossenen Zweckvereinbarung; der den Verbandsgemeindewerken eingeräumte Anschlusswert beträgt 18.000 Einwohnerwerte (EW).

Seit dem Jahre 2000 werden die ehemals in der Kläranlage St. Katharinen (2 wechselseitige Oxidationsgräben) gereinigten Abwässer der Ortsgemeinden Braunweiler, St. Katharinen und Sommerloch ebenfalls mittels eines Pumpwerkes über die Ortsgemeinde Roxheim der Kläranlage Bad Kreuznach zugeleitet. An die Stelle der ehemaligen Kläranlage ist ein Retentionsbodenfilter getreten.

Die zentrale Kläranlage "Ellerbachtal" konnte am 01.01.1996 in Dienst gestellt werden. Mit dieser Inbetriebnahme konnten zahlreiche zuvor vorhandene dezentrale mechanische Anlagen stillgelegt werden. Neben 5 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Rüdesheim, sind 4 Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Bad Sobernheim sowie das Areal des früheren NATO-Flugplatzes Pferdsfeld angeschlossen.

Bei dieser Anlage handelt es sich um eine mechanisch-biologische Anlage -Ausbaugröße: 8.000 EW-, welche über die 3. Reinigungsstufe verfügt.

Die der Abwassergruppe "Schloßböckelheim" zugeordneten Ortsgemeinden entwässern in die zentrale Kläranlage unterhalb des Ortsteiles Tal der Ortsgemeinde Schloßböckelheim. Die als Tropfkörper betriebene und im Jahre 1981 in Betrieb genommene Anlage -Ausbaugröße: 8.000 EW- verfügt noch nicht über die 3. Reinigungsstufe. Auch wenn die gesetzlichen Vorgaben diese derzeit nicht zwingend fordern, ist damit zu rechnen, dass diese mittelfristig zu realisieren sein wird.

Mit der Inbetriebnahme der zentralen Kläranlage „Gräfenbachtal“ -mechanisch-biologische Belebungsanlage mit 3. Reinigungsstufe und einer Ausbaugröße von 8.000/20.466 EW- sind von den am 31.01.2007 mit Hauptwohnsitz in der Verbandsgemeinde Rüdesheim gemeldeten 26.798 Einwohnern, rd. 99,3 v. H. an eine biologische Kläranlage angeschlossen.

Damit ist in der Verbandsgemeinde Rüdesheim ein sehr hoher Anschlussgrad mit hoher reinigungstechnischer Effizienz erreicht.

Sofern die in der Fortschreibung des Abwasserbeseitigungskonzeptes vom 22.11.2002 vorgesehenen Maßnahmen zum Anschluss von Außenbereichsgrundstücken bzw. zur Errichtung von Kleinkläranlagen durchgeführt werden, sind rd. 99,8 v. H. der Einwohner an den Zentralkläranlagen und 0,1 v. H. an biologische Kleinkläranlagen angeschlossen. Lediglich das Abwasser von 0,1 v. H. der Einwohner wird dann noch über geschlossene Gruben entsorgt.

Neben den auch in Zukunft noch erforderlichen Investitionen an den bestehenden Kläranlagen, werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch erhebliche Mittel für Kanalsanierungen aufzuwenden sein. Daneben sind noch mehrere Regenentlastungsbauwerke dem heutigen Stand der Technik anzupassen.

Die weitere abwassertechnische Herausforderung der Zukunft, welche ebenfalls erhebliche Finanzmittel erfordern wird, ist die sukzessive Reduzierung des Fremd- und Außengebietswasseranteiles im öffentlichen System.


Funktionsprinzip einer Kläranlage

am Beispiel der KA "Gräfenbachtal" am Standort Gutenberg


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